Das Wahrsagen zwischen Aberglaube und Psychologie
Auch wenn das Wahrsagen sich wahrhaft keines guten Rufs erfreut, so müssen doch selbst Kritiker bei objektiver und nüchterner Betrachtung dieser Kunst zugeben, dass in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht wurden und das Wahrsagen sich immer mehr zu einer echten Lebenshilfe entwickelt, die immer größere Parallelen zur Psychologie aufweist. Beispielgebend für diese Aussage kann man das Kartenlegen betrachten, das in seiner heutigen Form kaum mehr etwas mit der traditionellen Ausübung, die manchem vielleicht bei diesem Begriff vorschwebt, zu tun hat. Es ist bei Weitem nicht mehr so, dass der Wahrsager bzw. die Wahrsagerin aufgrund seiner übersinnlichen Fähigkeiten für sich beansprucht, aus den gelegten Karten die Zukunft des Kundens lesen zu können, natürlich immer gesetzt
dem Fall, der Kunde hat einen fähigen Wahrsager und nicht lediglich einen Scharlatan mit der Ausübung dieser Tätigkeit betraut. Ein moderner Wahrsager wird vielmehr anhand der Gedanken und Assoziationen, die der Kunde in Verbindung mit den gelegten Karten äußert, versuchen, Rückschlüsse auf das Leben des Kundens sowie Probleme, die diesen belasten und behindern, zu ziehen.
Diese Vorgehensweise hat essentielle Überschneidungen mit der modernen Psychologie, wobei ebenfalls mit Assoziationstests versucht wird, zu dem Patienten vorzudringen und ihn auf seine Probleme zu stoßen. Dass natürlich zum Erfolg einer Sitzung neben einem fähigen Wahrsager, der auch ernsthaft am Wohlergehen des Kundens interessiert ist, auch eine gehörige Portion Vertrauen seitens des Kundens von Nöten ist, ist obligatorisch. Da allerdings die Scharlatane innerhalb der Wahrsagerei immer weniger werden und durch fähige und kompetente Ausübende dieser Kunst ersetzt werden, sieht die Zukunft der Wahrsagerei alles andere als schlecht aus.