Kaffee als Wirtschaftsgut
Der Kaffee ist aufgrund seines edlen Geschmacks und seines belebenden Charakters sehr beliebt bei den Deutschen. Diese Feststellung lässt sich durch eine beeindruckende Zahl belegen: Jeder Deutsche trinkt im Schnitt 148 Liter Kaffe im Jahr. Das ist rund ein halber Liter Kaffee pro Kopf jeden Tag. Und in dieser Statistik sind ja auch Menschen, wie beispielsweise Kinder, mit eingerechnet, die überhaupt keinen Kaffee trinken, so dass jeder Kaffee-Trinker letztendlich tatsächlich mehr als einen halben Liter Kaffee am Tag trinkt.
Diese enorme Menge an Kaffee, die sich ja allein auf Deutschland bezieht, zeigt, dass der Kaffee ein bedeutendes Wirtschaftsgut ist. An seiner Produktion und seinem Vertrieb sind viele Menschen beteiligt, deren Lebensunterhalt unmittelbar mit dem Kaffee zusammenhängt. Der Kaffee wird auf Plantagen in tropischen Regionen wie Zentralafrika oder Südamerika angebaut, geerntet und getrocknet. Anschließend werden die Kaffeebohnen nach Deutschland gebracht, hier geröstet, gemahlen, verpackt und schließlich verkauft. Diese lange Kette von Produktionsschritten schlägt sich selbstverständlich auch im Preis nieder. Dabei erhalten die Kaffeebauern in den Tropenregionen in der Regel am wenigsten des für den Kaffee bezahlten Geldes. Die größten Kaffee-Exporteure sind in aufsteigender Reihenfolge Kolumbien, Vietnam und Brasilien. In Deutschland teilen sich nur sechs Anbieter rund 85 Prozent des Kaffeemarktes. Die größten und bekanntesten dieser Anbieter sind Tschibo und Aldi. Deutschland, vor allem Hamburg, ist einer der größten Umschlagplätze für Kaffee weltweit. Da der Kaffee als Wirtschaftsgut eine so große Bedeutung hat, möchte selbstverständlich auch der Staat an diesem Gut verdienen. So wird beispielweise ein Kilo Röstkaffee mit 2,19 Euro versteuert. Die Steuern machen den größten Anteil am endgültigen Preis für Kaffe aus, den der Verbraucher bezahlen muss.